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Haben sie schon einmal von Adipositas gehört? Wissen sie, oder denken sie zu wissen was es ist?
Adipositas ist eine Krankheit!

Viele Menschen sind schnell dabei ihre Mitmenschen zu verurteilen oder in eine Schublade zu stecken, nur weil sie nicht der „Norm“ entsprechen. Doch was ist eigentlich die Norm? Das was ihrem Ideal entspricht? Das was die Medien ihnen vorschreiben? Das was man ihnen von zu Hause aus beigebracht hat? Vielleicht ein bisschen von allem?
Wir sollten uns von dieser Norm verabschieden, denn Fakt ist: Die Weltbevölkerung wird immer schwerer und eine Size Zero bzw. Modelfigur spiegelt schon lange nicht mehr das wider was in der Realität existiert.

Norm = Normal?

Normal ist es einen Menschen mit Übergewicht nicht zu diskriminieren, zu stigmatisieren oder über ihn hinter vorgehaltener Hand zu tuscheln.

Normal ist es anzuerkennen das Übergewicht eine Krankheit ist!
Mittlerweile hat nach der WHO auch der Deutsche Bundestag genau das verstanden und trotzdem finden sich nur wenige Angebote die Betroffenen helfen, egal ob es Gesundheitsförderung, der Arzt oder schlichtweg die Akzeptanz der anderen ist.

Nicht jeder Mensch mit starkem Übergewicht (Adipositas) geht tagtäglich in Schnellrestaurants ein und aus, lebt von frittierten Schokoriegeln und zieht sich literweise Softgetränke rein. Viele Adipöse leben den Großteil ihres Lebens auf Diät, ohne jedoch die gewünschten Erfolge zu erleben. Viele schaffen erstaunliche Abnahmen (30 bis 40 kg sind gerade bei stark adipösen die Regel), doch ein Bruchteil von Ihnen schafft es auch langfristig, bzw. dauerhaft diese Veränderung beizubehalten.
Für viele bleibt am Ende nur noch ein Ausweg, eine Magenverkleinernde Operation. Doch gehen sie diesen Schritt, werden sie oft abgestempelt als diejenigen „die den leichten Weg gehen“, „sich nicht anstrengen wollen“, „sich eine einfache Lösung aussuchen“, deren Erfolge am Ende nur belächelt werden, weil sie es ja anders nicht haben schaffen können.
Doch niemandem ist klar, dass auch ein operativer Eingriff kein Allheilmittel ist. Es ist eine Hilfestellung, um anzufangen, langfristig gesehen stehen sowohl operierte als auch nicht operierte wieder an demselben Punkt: Sich mit sich selbst und der Krankheit auseinander setzen zu müssen und zu lernen, damit zu leben!

Es spielen unglaublich viele Faktoren in das Krankheitsbild der Adipositas mit hinein. Stoffwechselerkrankungen sind hierbei nur die offensichtlichsten. Viele erkrankte haben mit psychischen Problemen zu kämpfen, haben oft schon von Kindesbeinen an Ausgrenzung erlebt.
Adipositas ist nicht nur eine Krankheit, sie ist eine Suchtkrankheit. Das Problem bei dieser Form der Sucht ist allerdings, dass sie nicht einfach aufhören können zu Essen. Ein Drogenabhängiger kann die Drogen sein lassen, ein Alkoholkranker, kann den Alkohol weglassen. Ein Esssüchtiger, kann das Essen nicht sein lassen, denn ohne Essen bekommt der Körper keine Energie und damit können Organe und Muskeln nicht mehr versorgt werden und Nerven keine Informationen mehr übermitteln. Also muss ein adipöser Mensch lernen mit seiner Sucht umzugehen, unter anderem Triggerpunkte zu erkennen und alternativen zum Essen entwickeln.

Spätestens an diesem Punkt kommt die Selbsthilfegruppenarbeit ins Spiel.
Sie bietet Betroffenen einen geschlossenen Raum, in dem jeder offen sprechen kann. Alles bleibt hinter verschlossenen Türen. Das muss jedem Teilnehmer klar sein. Hier kann ein Austausch unter Gleichgesinnten stattfinden. Niemand braucht Angst zu haben, denn jeder wird so genommen/akzeptier wie er ist, es findet keine Verurteilung statt, denn alle wissen selbst wie es ist übergewichtig/adipös zu sein.

Der Zusammenhalt in der Gruppe ist wichtig, alle ziehen an einem Strang.
Es geht darum Betroffenen Handlungshilfen an die Hand zu geben, sie zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass sie mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein sind. Oft finden Betroffene ihren Weg erst in die Selbsthilfegruppe, wenn sie den Weg in ein Adipositas Zentrum bereits gegangen sind, viele sogar erst, wenn schon eine Zusage für die OP erfolgt ist und der Chirurg eine Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe nahelegt. Doch die Selbsthilfegruppe ist für alle Betroffenen da, ob „nur“ übergewichtig oder adipös, operiert oder nicht operiert, ob bereits Gewicht verloren gegangen ist oder man am Anfang dieser Reise steht. Letztendlich sind alle mit denselben Problemen belastet, egal an welchem Punkt ihrer Reise sie stehen.

Die Adipositas SHG Flensburg trifft sich, sofern die Corona-Beschränkungen es zulassen, jeden 2ten und 4ten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr im Fliednersaal der Diako Flensburg. Aktuell finden die Treffen zu den gewohnten Terminen online statt, wer Interesse hat kann sich gerne über Facebook, per WhatsApp oder auch Mail melden. Auch wer sich erst einmal ein Bild von uns machen möchte darf sich gerne melden!

© Daniela Hall / 2021

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